Brynolf Wennerberg (1866-1950)

05.02. – 23.04.2017
Stiftung Kronberger Malerkolonie und Museumsgesellschaft Kronberg e. V.
Tanzhausstraße 1a, Kronberg im Taunus

 

Der Maler Brynolf Wennerberg zählt zu den Entdeckungen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Er gehörte zu den erfolgreichsten Plakatmalern in Europa und war einer der führenden Zeichner bedeutender deutscher Satire-Zeitschriften, wie des „Simplicissimus“ und der „Lustigen Blätter“. Anfänglich lächelten seine jungen, schlanken Modelle von Plakatwänden und Litfaßsäulen und lockten die Passanten mit ihren Blicken, um für ein Produkt zu werben. Späterhin schlugen die in Öl oder Gouache auf die Leinwand gemalten Tänzerinnen oder Columbinen den Betrachter in ihren Bann. Allen gemein war dieses unnachahmliche Lächeln, das schließlich zu Wennerbergs Markenzeichen wurde.

 

Eine umfassende Sonderausstellung im Museum Kronberger Malerkolonie widmet sich ab dem 05. Februar dem Lebenswerk dieses herausragenden Künstlers, der 1866 in Otterstad in Südschweden geboren wurde. 1885 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Stockholm und studierte ab 1886 an der Freien Kunstschule in Kopenhagen bei Peder Severin Krøyer. Seit 1888 war er als Zeichner in Leipzig gemeldet. Nach Aufenthalten in München, England und Paris fand er schließlich ab 1915 im oberbayerischen Bad Aibling seine Heimat, wo er im ehemaligen Atelier Wilhelm Leibls arbeitete. Hier widmete er sich vor allem der Malerei. Der nahe gelegene Chiemsee bot ihm eindrucksvolle Motive, die er in luftigen Landschaftsimpressionen umsetzte.

 

Die von Dr. Ingrid Ehrhardt kuratierte Schau ist in fünf thematische Kapitel gegliedert: Zu Beginn wird Wennerberg als Zeichner und Gebrauchsgrafiker namhafter Zeitschriften, darunter auch des amerikanischen Modeblattes „Pictorial Review“ vorgestellt.

 

Daran schließen sich seine atmosphärischen Chiemsee-Landschaften an, deren Frische und natürliches Licht eine direkte Parallele zur Malerei der Kronberger Kolonisten darstellen.

 

Den Höhepunkt der Ausstellung bilden die eleganten Frauendarstellungen, die das für Wennerbergs Bildnisse so typische Lächeln aufweisen, gefolgt von Faschingsbildern und Kompositionen zum Thema der anmutigen Tänzerin mit dem überwiegend melancholischen Pierrot. Dieses Zusammenspiel hielt er mit kräftigen und vitalen Pinselzügen in delikaten Weiß- und Grautönen fest. Als Abschluss dienen die heiteren und verschmitzten Kinderbildnisse, die allesamt von ungetrübtem Frohsinn künden. Die Ausstellung wird durch zahlreiche Veranstaltungen begleitet.

Site Plan Kronberg im Taunus