Space 42

23.04. - 18.06.2017

 

Space 42. Düsseldorfer Positionen. 
Arbeiten von Dorothea Gelker, Andrea Küster, Katrin Laade, Ulrike Münchhoff, Myriam Thyes, Brygida Wrobel-Kulik

 

Robert Koepke Haus,
Polhof 1, Schieder-Schwalenberg 

 

Die Ausstellung zeigt die Arbeiten von fünf Düsseldorfer Malerinnen und einer Videokünstlerin, die alle in Düsseldorf im Atelierhaus „Salzmannsbau“ leben und arbeiten. Der Ausstellungstitel „Space 42“ bezieht sich auf den Roman “Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams, als computergenerierte Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Letztlich lässt sich mit der Antwort aber nichts anfangen, weil niemand weiß, wie die umschriebene Frage eigentlich exakt lautet.

 

Im Rahmen der Vorbereitungen für die Ausstellung in der Malerstadt Schwalenberg ist ein neuer „Reflektionsraum“ entstanden. Die Künstlerinnen trafen sich gemeinsam zu gegenseitigen Atelier- und Ausstellungsbesuchen, vertieften so den Dialog untereinander. Ein derartiger längerfristiger Austausch von Künstlerinnen, in dem langjährige Erfahrung mit Aktivität und künstlerischer Qualität gebündelt werden, ist selten im Kunst- und Ausstellungsbetrieb. Im „Space 42“  entstanden so weitere Räume: Farb- Form- Denk und Erlebnisräume, Räume inhaltlicher, geistiger und anschaulicher Art, die wiederum Platz für weitere Wirkungskreise eröffnen.

 

Dorothea Gelker war mehrfach für Arbeitsaufenthalte in New York, die Gebäude in Manhattan gaben viele wichtige Impulse für ihre Bilder. Gelker baut in ihren Bildern, greift sich Wolkenkratzer, Brücken, Gebäude einer Stadt heraus. Massiv bauen sich vor dem Betrachter die Türme und Gebäude auf, dicht und intensiv in ihrer Wirkung, geradezu wie eine undurchdringliche Front, die den Betrachter nicht einlässt. Es gibt stets einen Verweis auf das real Existierende, und doch sind ihre Stadtansichten Fiktionen.

 

Seit den frühen 1990er Jahren arbeitet Andrea Küster im Bildsujet des Stilllebens. Vor nahezu monochromen, ungegenständlichen Bildgründen erheben sich die realistisch und detailgenau gestalteten Blumen und Blätter oder Früchte, oftmals arrangiert in Vasen bzw. auf Tüchern, die farblich nahezu mit dem Hintergrund verschmelzen. Somit erreicht die Künstlerin eine verdichtete Konzentration auf das Bildmotiv und verbindet gleichzeitig Abstraktion und Gegenständlichkeit.

 

Die Arbeiten von Andrea Küster zeichnen sich aus durch eine außergewöhnliche Präsenz, die aus der genauen Beobachtung, der feinnervigen Umsetzung und der Monumentalisierung der Motive resultiert.

 

Eine abstrakte malerische Position finden wir bei Katrin Laade. Seit 2011 erforscht sie die ursprünglichen geometrischen Muster, wie Kreise, Drei- und Vierecke. Ausgehend von diesen bildnerischen Urformen, werden diese im Zuge der künstlerischen Aneignung aufgebrochen, variiert und in letzter Konsequenz zerstört. In den neuesten Bildern liegen die bunten Elemente, die größtenteils mit Schablonen aufgetragen werden, wie Embleme auf einem räumlichen Flechtwerk. Einige dieser Formen fand die Künstlerin im Internet, und so ist mit ihnen auch ein Verweis auf eine Welt von Logos und Zeichen einer Warenwelt gemeint.

 

Eine gegenständliche Position mit surrealistischen Elementen begegnet uns in der farbstarken, großformatigen Malerei von Ulrike Münchhoff. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Münchhoff mit frauenspezifischen Themen: Küchenutensilien und Kleidung. Doch die Kleidung schwebt, ist lebendig, obwohl sie nicht getragen wird, erhebt sich, den Gesetzen der Schwerkraft trotzend, über den Bildraum und führt ein Eigenleben. Ebenso die Küchengeräte, die sich von alleine zu bewegen scheinen. Übersteigerung, Überformung und Verfremdung sind Schlüsselbegriffe in der Malerei von Ulrike Münchhoff.

 

Eine besondere Position in der Ausstellung nehmen die Videoinstallationen der Medienkünstlerin Myriam Thyes ein. Ihre Arbeiten kreisen stets um gesellschaftliche und kulturelle Symbole, um ihre Bedeutungen und deren Wandlungen. Dabei wird die Bilderfolge durch wiederkehrende Motive strukturiert.

Im Zentrum der Präsentation von Thyes Arbeiten steht die Videoinstallation „Sophie Taeuber-Arps Fluchtlinien“ von 2015. Die Animation, die acht Werke Taeuber-Arps aus der Gruppe der „Lignes“ mit Fotos aus dem 2. Weltkrieg kombiniert, zeigt die Verbindung und die Diskrepanz zwischen Taeuber-Arps künstlerischem Tun und der Welt des Krieges und der Verfolgung.  Mit  „Fluchtlinien“  ist auch Taeuber-Arps innere Flucht vor der Realität gemeint. Das Video thematisiert diesen für Künstler/innen bis heute aktuellen Konflikt - Kunst in der Gegenwart von Unrecht und Gewalt.

 

Die Werkfolgen von Brygida Wrobel-Kulik befassen sich alle mit den Themen Natur, Herkunfts- oder Sehnsuchtsorte, Vergangenheit und Erinnerung. Die Arbeiten knüpfen an die Idee des Gartens als repräsentative Idee der Welt an. Dabei beschäftigt Wrobel-Kulik sich mit der Frage des Raums und dessen symbolischer Darstellungsweise. Ihre Werke sind zu verstehen als Erlebnisnotizen, Reisepläne, Landkarten, in denen die Zeichnung eine führende Rolle hat.

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