Reopening of the Museum in Kronberg

On Sunday, April 22nd, the Museum of the Kronberger Malerkolonie will reopen again. The Museum moved in the so called "Villa Winter". On this day every the Museum has free entrance and everyone will have the possibility to see the jubilee-exhibition "160 years Artists' Colony Kronberg" and can join one of the guided tours, that will start every hour.

 

Ab Sonntag, den 22. April 2018 öffnet das Museum Kronberger Malerkolonie seine Türen am neuen Standort, in der sogenannten „Villa Winter“ in Kronberg. An diesem Tag haben alle Kunstinteressierten bei freiem Eintritt die Möglichkeit, von 11 bis 18 Uhr das frisch renovierte Gebäude und die Jubiläumsausstellung 160 Jahre Künstlerkolonie Kronberg 1858 – 2018 zu besuchen. Sie können an den stündlich wechselnden Führungen teilnehmen oder eigenständig auf Entdeckungsreise durchs Museum gehen. Dabei treffen sie auf alte Lieblingsbilder - unter anderem von Anton Burger, Otto Scholderer und Wilhelm Trübner - sowie auf Neuzugänge aus privaten Sammlungen, die hier erstmals ausgestellt werden.

 

Die rund 70 Werke umfassende Jubiläumsausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein.

Die Schau widmet sich in fünf Kapiteln der Entwicklung der Kronberger Künstlerkolonien von den spätromantischen „Rhein-Aquarellen“ von Jakob Fürchtegott Dielmann, über die ersten Freiluftmaler und die Einflüsse der Schule von Barbizon, die Porträt- und Gesellschaftsmaler bis hin zu den Impressionisten Philipp Franck, Fritz Wucherer und Nelson G. Kinsley. 

 

 

Die Gründung 

Die Kronberger Malerkolonie zählt mit zu den frühesten deutschen Künstlerkolonien. Nachweislich über 100 Künstler arbeiteten zwischen 1840 und 1945 in Kronberg. Mit der Festansiedlung Anton Burgers in Kronberg im Jahr 1858 verbindet sich die Gründung dieser Künstlerkolonie, deren Geschichte eng mit der Großstadt Frankfurt verknüpft ist. In Frankfurt wurden viele der Künstler, die wir heute zur Kolonie zählen, geboren oder hatten am Städelschen Kunstinstitut bei Jakob Becker studiert. 

 

 

Malen im Freien

Durch die Verlagerung ihres Lebensmittelpunkts in die ländliche Umgebung des Taunusdorfes reagierten die Künstler auf die zunehmende Industrialisierung und technisierte Großstadtkultur. Die unverfälschte Natur und das dörfliche Ambiente waren fortan ihre Motive, die sie „en pleinair“ umsetzten. Wichtige Impulse erhielten sie dabei auf ihren Reisen nach Paris, Barbizon und in die Niederlande.

 

 

Von der ländlichen Idylle zur modernen Stadt

In den 1860er Jahren entdeckten wohlhabende Frankfurter Bürger Kronberg als Erholungsort. Sie erbauten zahlreiche repräsentative Sommervillen und aus der ländlichen Idylle entwickelte sich eine moderne „Stadt im Grünen“. Spätestens nach der Ansiedlung der Kaiserin Victoria von Preußen 1894 gesellte sich zu den Freiluftmalern eine Künstlerschaft, die sich besonders der Porträt- und Historienmalerei zuwandte. 

 

 

Die Auflösung der Kolonie

Nach dem Tod Anton Burgers im Jahr 1905 und dem Aufkommen moderner Kunstströmungen wie dem Impressionismus oder auch Expressionismus löste sich die Kronberger Malerkolonie allmählich auf. 1948 starben mit Fritz Wucherer und Emil Rumpf deren letzte Vertreter.

 

 

Villa Winter

Ihren heutigen Namen erhielt die Villa durch den Maler Heinrich Winter (1843-1911), einem Mitglied der Kronberger Künstlerkolonie. 1874 heiratete Winter die Bankierstochter Johanna Müller (1855-1930) aus Frankfurt und lebte mit ihr in diesem Gebäude bis zu seinem Lebensende 1911. 

Ursprünglich stand die um 1810 erbaute Villa in Frankfurt am Main in der Neue Mainzer Straße Nr. 13. Im Jahr 1870 musste das Haus einem Durchbruch zur Kaiserstraße weichen und der Bankier H. Carl W. Müller verkaufte sein Grundstück an die Stadt Frankfurt. Das repräsentative Bürgerhaus hingegen wurde zerlegt und in Teilen nach Kronberg transportiert, um es hier vor den Toren der Altstadt auf einem ehemals parkähnlichen Anwesen wieder aufzubauen. 

1935 erwarb es die Stadt Kronberg und beherbergte hier von 1939 bis 1977 die Höhere Schule. 2002 wurde das Haus weitgehend entkernt, zum Jugendzentrum umgebaut und bis Ende 2011 als solches genutzt. Danach diente es verschiedenen Nutzungen, wurde saniert und wird im April 2018 u.a. als Kunstmuseum wieder eröffnet. 

 

 

Stiftung Kronberger Malerkolonie

Die Stiftung Kronberger Malerkolonie wurde 2001 von der Museumsgesellschaft Kronberg e. V. und der Stadt Kronberg im Taunus gemeinsam gegründet. Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist es, die Werke der traditionsreichen Kronberger Künstlerkolonie, ihrer Vorläufer und Zeitgenossen als das kulturelle Erbe der Stadt zu bewahren und in einem Museum der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Hauptaufgabe liegt im Aufbau einer Sammlung mit Werken der Kronberger Künstlerkolonie sowie in deren umfassender Dokumentation. Die Sammlung ist bis dato durch private Zustiftungen und Ankäufe auf über 600 Gemälde, Graphiken, Künstlerbriefe und Fotos angewachsen, mit steigender Tendenz. 

 

 

 

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